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Fail-Fast-Mentalität: der Schlüssel zu erfolgreicher Innovation im Geschäftsreisemanagement

Marie Ligier | Juni 13, 2019

Frédéric Stark, CTO von KDS

Seit dem Aufkommen des Internets in den 90er-Jahren hat sich die technologische Innovation rasant entwickelt. Unternehmen können durch sie Neues schaffen, bahnbrechende Innovationen hervorbringen und ihr Ergebnis maximieren. Während kleine Unternehmen von Natur aus flexibel sind und mühelos die Richtung wechseln können, treiben größere Unternehmen den Wandel zunehmend mit neuen Ideen voran und arbeiten mit disruptiven Unternehmen an der Verbesserung ihrer Prozesse. Eine kürzlich von KPMG durchgeführte Studie ergab, dass 61 % der Firmenchefs beabsichtigen, Partnerschaften mit Start-ups einzugehen, um Einblicke zu gewinnen und sich neue Techniken anzueignen.

Die Geschäftsreisebranche steht unter dem Druck, neue Technologien einzuführen und anzupassen – geleitet von der Notwendigkeit, das Nutzererlebnis zu verbessern und bedienungsfreundlicher zu gestalten. Mit den Online-Buchungsportalen für Verbraucher haben sich auch die Erwartungen von Geschäftsreisenden verändert. Unternehmen streben jetzt danach, innovativ zu sein und Technologien einzubinden, die nicht nur den Erwartungen der Reisenden von heute gerecht werden, sondern sie auch für die Zukunft rüsten.

Unabhängig von unserer Größe müssen wir als Branche in der Lage sein, Neues auszuprobieren und hin und wieder – trotz möglicher Misserfolge – Ideen zu testen, bis wir schließlich erfolgreich sind. Bots, Blockchain, Internet der Dinge (IoT), maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (KI): Dies sind einige der Technologien, die die Geschäftsreisebranche tiefgreifend verändern könnten, indem sie die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern vielleicht sogar übertreffen. Trotz der hohen Erwartungen sollte das Ziel sein, dem Endanwender ein reibungsloseres, zielführenderes Nutzererlebnis zu bieten.

Vorbereitung auf künftige Innovationen

Oftmals kann es entmutigend erscheinen, den Wandel anzunehmen. Auch sind die tatsächlichen Auswirkungen neuer Technologien nicht immer unmittelbar ersichtlich. Unternehmen sollten jedoch bereit sein, innovativ zu werden.

Als das iPhone 2007 auf den Markt kam, galt es nur als amüsante neue Möglichkeit zum Telefonieren, Fotografieren und Surfen im Internet. Niemand hätte ahnen können, wie stark wir eines Tages darauf angewiesen sein würden. Zehn Jahre später können Anwender nun täglich Tausende von Anwendungen herunterladen, die ihnen nahezu jeden Aspekt des Lebens erleichtern.

Selbstfahrende Autos könnten einen ähnlichen Verlauf nehmen. Werden sie sich zu einem der größten technologischen Durchbrüche im Verkehrswesen entwickeln? Meiner Meinung nach ist dies durchaus möglich. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie nicht nur unsere Art zu reisen revolutionieren, sondern auch unerwartete langfristige Auswirkungen auf die Umwelt und unseren gesamten Lebensstil mit sich bringen. Allerdings können wir noch nicht genau vorhersagen, wie sie sich auf die künftigen Generationen auswirken werden. Vielleicht werden wir uns, ähnlich wie beim iPhone, die Welt nicht mehr ohne sie vorstellen können.

Wir als Branche müssen uns die Frage stellen, wie das nächste „iPhone“ der Geschäftsreisetechnologie aussehen könnte, und diesen Gedankengang auf alle Aspekte anwenden: vom Endanwender-Erlebnis bis zu den Backoffice-Prozessen.

Fail-Fast-Ansatz in der Praxis

Seit es das Internet, SaaS-Dienstleistungen und Mobilgeräte gibt, hat sich das Geschäftsreisemanagement signifikant weiterentwickelt. Reisende können jetzt mit einem Klick eine Reise buchen und gleichzeitig automatisch ihre Reisekostenabrechnungen erstellen. Geschäftsreiseabläufe sind jedoch viel komplexer, und der Weg zu einem reibungslosen und personalisierten Erlebnis ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem Entwicklern die Aufgabe zufällt, laufend neue und existierende Technologien auszuwerten.

Hierbei bildet die sogenannte, für die agile Entwicklung maßgebliche Fast-Failure- bzw. Fail-Fast-Kultur einen festen Bestandteil des Lernprozesses und der Perfektionierung digitaler Lösungen. Beim Fail-Fast geht es nicht darum, dass coolste neueste Gadget zu entwickeln. Vielmehr werden bei diesem Ansatz die Produkte in mehreren kleinen Experimenten entwickelt, wohl wissend, dass einige gelingen und andere misslingen werden. Das oberste Ziel besteht darin, aus Fehlern zu lernen und letztlich eine Lösung zu finden, die gut funktioniert und dem Endanwender einen echten Geschäftsnutzen bringt. Ganz nach dem Leitspruch: Scheitern ist nur eine Möglichkeit, es nochmal zu versuchen.

Blockchain und IoT beispielsweise sind gängige Technologien. Doch die Herausforderung besteht heute darin herauszufinden, wie sie sich möglichst gewinnbringend für das Nutzererlebnis einsetzen lassen. Angesichts der Komplexität der Geschäftsreisebranche müssen neue Ideen eingeführt werden, die sowohl für die Kunden als auch die Anbieter funktionieren. Der Weg in die Zukunft führt über das interne Ausprobieren und die Entwicklung von Prototypen machbarer Ideen, bevor diese flächendeckend auf den Markt gebracht werden.

Einführung erfolgreicher Technologien

Die Technologie der Künstlichen Intelligenz (KI) hat die Welt im Sturm erobert und bietet für die Geschäftsreiseindustrie ein unermessliches Potenzial. Wir erleben derzeit ihre massive Ausbreitung, und die Chancen, die sie bietet, nehmen exponentiell zu.

Die Optimierung der KI erfordert jedoch einen datengetriebenen Prozess. Je vielfältiger und präziser die bereitgestellten Daten sind, desto leichter ist es, „intelligente“ Algorithmen zu entwickeln, die relevante und personalisierte Informationen vorausberechnen und aktiv an die Reisenden weitergeben, während gleichzeitig die Reiserichtlinie des Unternehmens eingehalten werden.

Wir integrieren KI in unsere Lösungen, um eine kontinuierliche Verbesserung des Nutzererlebnisses sicherzustellen. Einer der von uns untersuchten Bereiche betrifft beispielsweise die Umwandlung von langen Text- und Code-Zeichenfolgen zur Beschreibung von Hotelleistungen in klar verständliche Informationen für die Anwender. Denn die von Hotels übermittelten Angaben zu Serviceleistungen wie kostenloses WLAN, Frühstücksservice oder Sonderkonditionen für Buchungsdienste sind für den Laien unverständlich. Durch den Einsatz der natürlichen Sprachverarbeitung (NLP), einer KI-Technologie, können wir die kryptischen, verschlüsselten Informationen von Dienstleistern in für den Anwender klar verständliche, leicht zugängliche Serviceleistungen übersetzen. Reisende können so anhand umfassender Details Optionen vergleichen, während Hotels ihre Angebote für Geschäftsreisen erweitern können. Denn sie wissen, dass sie ihre Kunden bequem über die Online-Buchungsumgebung erreichen.

Eins ist klar: Künstliche Intelligenz hat in der Geschäftswelt disruptive Lösungen hervorgebracht und wird dies auch weiterhin tun. Sie hat unsere Welt dramatisch verändert und wird den Geschäftsreisenden schon bald bei jedem Schritt auf seiner Reise begleiten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Technologie der Vergangenheit angehören und eine neue Innovation das Interesse der Branche wecken wird.

Als CTO verfolge ich laufend aktuelle Trends rund um die neuen Technologien. Dort, wo es sinnvoll erscheint, versuche ich sie anzupassen und einzuführen, um unser Unternehmen zu verändern und einen Nutzen für unsere Kunden zu schaffen. Denn die Zukunft lässt sich am besten voraussagen, indem man sie erfindet.

Ende.